Münchner Yacht-Club bleibt Erstligist

Der Münchner Yacht-Club segelt kommende Saison wieder in der 1. Bundesliga.

 
 
 

Unverhofft kommt oft: Der vergangene Saison aus der Segel-Bundesliga abgestiegene Münchner Yacht-Club bleibt nun doch der deutschen Eliteklasse erhalten.

Starnberg – Die Enttäuschung unter den Seglern des Münchner Yacht-Clubs war zunächst gewaltig, als Micki Liebl die bereits schon jetzt fest eingeplante Wiederaufstiegsfeier in die 1. Bundesliga kurzentschlossen absagte. „Das wird leider nichts“, teilte der Teammanager seiner Crew mit. Der Grund, den Liebl gleich nachlieferte, löste jedoch im gesamten Kader einhellige Begeisterung aus. Der MYC bleibt jetzt doch in der deutschen Eliteliga, aus der er im Herbst eigentlich sportlich abgestiegen war. Die Münchner profitieren vom Rückzug der Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“.

Bereits im Januar kursierten erste Gerüchte, dass die Nordlichter kein Team für diese Saison melden können. Anfang Februar drangen die Informationen zur Deutschen Segel-Bundesliga GmbH nach Hamburg durch. Ende des Monats verkündeten die Bremer dann auch offiziell ihren Verzicht bei der Ligaleitung. „Das ist sehr bedauerlich“, stellt Thomas Bässgen fest, „da die Seglerkameradschaft das Niveau in der Liga lange mitgeprägt hat“. Der Sprecher der Bundesliga GmbH kann über die Gründe des Rückzugs nur spekulieren, da der Verein darauf verzichtete, seine Motive zu erklären. Auch für eine telefonische Nachfrage des Starnberger Merkur waren die Verantwortlichen nicht zu erreichen. Bässgen vermutet jedoch, dass Personalprobleme den Verein zu diesem Schritt gezwungen haben, da er in seinem Team nur über Berufsanfänger und Studenten verfügt.

Den Platz der Bremer Segelkameraden nehmen nun die Münchner ein. Sie hätten als Tabellen-15. der vergangenen Saison heuer eigentlich in der 2. Liga ihre Segel setzen müssen. „Die Freude ist natürlich groß“, gibt Liebl zu. Aber auch für die Seglervereinigung Wuppertal zieht es positive Konsequenzen nach sich, dass die Hanseaten die Segel streichen. Die Rheinländer, die eigentlich aus der 2. Liga abgestiegen wären, entgehen am grünen Tisch ihrem Schicksal und bleiben zweitklassig.

Für den MYC ändert sich nicht viel, außer dass er statt vier nun fünf Spieltage bestreiten muss. Da das Team jedoch 25 Segler zählt, ist genügend Personal vorhanden, um alle Termine mit einer Mannschaft zu besetzen. Seinen ersten Einsatz hat der Club zur Saisoneröffnung am 8. Mai in Prien am Chiemsee. Auch finanziell erwachsen den Münchnern keine Probleme. Die Sponsoren hätten dem Team auch im Unterhaus die Treue gehalten, weshalb es keine Einbußen am Etat gegeben hat. An der Zielsetzung ändert sich ebenfalls nichts. Erneut geht es für die Münchner nur darum, den Klassenerhalt sicherzustellen. Er bildet die Basis, damit sich das Jugendkonzept des Clubs auszahlt, der über seine Sailing Academy junge Talente bis in den Erwachsenenbereich fördern möchte. „Wir machen mit dieser Philosophie weiter“, kündigt Liebl an.

Die einzige Veränderung liegt in der Außenwirkung für den Segelstandort Starnberger See. Mit den Münchnern, dem Bayerischen Yacht-Club und dem Deutschen Touring Yacht-Club aus Tutzing verfügt die Region auch in diesem Jahr über drei Erstligisten. „Für unseren Landkreis ist das gut“, findet Liebl. Von den bayerischen Vereinen gehört sonst nur noch der Chiemsee Yacht-Club der Bundesliga an.