Windgas als Stromspeicher für Yachten

Gerade auch auf Schiffen bietet es sich an, Wind und/oder Sonne zur Gewinnung von elektrischem Strom zu nutzen. Leider besteht hier – so wie auch an Land – das Problem, dass diese Energielieferanten nicht immer dann auch verfügbar sind, wenn man gerade Strom braucht.

Gerade auch auf größeren Segelyachten wäre die Windgastechnik gut einsetzbar (Bild: NetMarine, Lizenz GNU)

Die Volatilität von Wind- und Sonnenstrom ist auch an Land ein Problem. Eine vernünftige Lösung dafür zeichnet sich derzeit in Form der „Windgas“-Technik ab. Dabei wird mit Hilfe von Strom aus volatilen Quellen, der zum Zeitpunkt der Erzeugung nicht benötigt wird, zunächst Wasserstoff erzeugt.

Dieser Wasserstoff eignet sich theoretisch bereits als Speichermedium für elektrische Energie. In der Praxis haben sich bei der Wasserstofftechnik jedoch eine Menge Probleme offenbart, so dass auch nach Jahrzehnten kostspieliger Forschung und Entwicklung keine alltagstaugliche Wasserstoff-Technologie existiert. Daher lässt man bei der Windgastechnik den mit dem Strom erzeugten Wasserstoff in einem zweiten Schritt im so genannten Sabatier-Prozess mit Kohlendioxid reagieren. Dabei entsteht das so genannte Windgas, welches genau das gleiche ist wie Erdgas, nämlich reines Methan. Im Gegensatz zu Wasserstoff lässt dieses sich sehr gut speichern. Außerdem existiert eine alltagstaugliche Technologie zur Nutzung von Methan: Außer für die altbekannten Zwecke wie Heizen und Kochen kann man es als Kraftstoff für Gasmotoren verwenden, also damit Autofahren und Strom erzeugen. Wie die Technik des Erdgasautos zeigt, kann man Methan auch gut komprimieren, so dass die Speicherung nicht übermäßig viel Platz benötigt.
Die Windgastechnik ist offenbar auch sehr gut skalierbar. Derzeit wird in MeckPomm an kleinen Anlagen zur Erzeugung, Speicherung und Wiederverstromung von Windgas geforscht. Es geht dabei um Geräte bis hinunter zu einer Größe, die sich für Privathaushalte eignet – und damit auch für Yachten ab einer bestimmte Größe. Forscher des Rostocker Leibniz-Instituts für Katalyse arbeiten zusammen mit der Exytron GmbH, ebenfalls Rostock, an dem Projekt, welches den Namen „Chemische Energiespeicher zur dezentralen Energieversorgung“ trägt. Bis Ende 2015 sollen die Forschungen abgeschlossen sein und bereits eine kleine Produktion von kleinen Windgasanlagen beginnen.
Volker Wollny



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