Segler, Ruderer, Yachten: Berlins Wassersport in der Corona-Krise

Die Havel und der Wannsee im Berliner Südwesten. Links Kladow, unten der Turm am Schäferberg

 
 
 

Ansegeln? Abgesagt. Ruderfest? Abgesagt. Ist denn irgendwas erlaubt? Hier spricht die Berliner Wasserschutzpolizei.

Die Berliner Wassersportler können’s eigentlich kaum aushalten. Ostern steht an, eigentlich wäre jetzt Saisonstart. Boot ins Wasser lassen, Segel setzen… doch nix da: Corona.

„Ansegeln 2020 ist abgesagt“, schreibt der „Spandauer Yacht-Club“ um Vereinschef Christian Ahrendt. Der Klub hat ein schönes Vereinsgelände in der Havel-Bucht der Scharfen Lanke – mit Restaurant-Terrasse am Ufer. 1000 Leute wären bestimmt zum Saisonstart gekommen. Denn am 25. April wäre der Spandauer Yacht-Club Gastgeber fürs große Ansegeln im Berliner Südwesten gewesen, inklusive Wannsee. Wegen Corona fällt nun alles ins Wasser. Die Zapfhähne bleiben trocken, die Kräne sind gesperrt. Menno.

Traurige Gesichter auch bei den Berliner Ruderern. „Die ‚Berliner Frühregatta‘ am 25. April ist abgesagt“, teilt der Klub „Ruder Union Arkona“ um Sebastian Rudolph mit. Arkona hat das Vereinsgelände gleich um die Ecke, ebenfalls an der Scharfen Lanke. Gestrichen ist auch der ‚Tag der offenen Tür‘ an der Havel. Schöner Mist, auch hier bleibt das Equipment im Lager. Vereinsbetrieb: verboten.

Ist irgendwas an der Havel erlaubt? Ja. Am Wochenende hat sich die Wasserschutzpolizei zur Coron-Krise am Havelufer geäußert. In dem Brief, hier komplett nachzulesen beim Berliner Segelverband, heißt es: „Rechtlich gesehen fallen Schwimmen, Kanufahren oder Segelbootfahren unter den Ausnahmetatbestand der Corona-Maßnahmen.“ Heißt: Ja, der Sport ist erlaubt („Bewegung an der frischen Luft, allein, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer anderen Person“).

Knackpunkt: Marina und Vereinsgelände bleiben tabu. Und da die allermeisten ihr Ruderboot nun mal nicht auf dem Balkon lagern oder ihr Segelschiff abends in den Vorgarten zerren, fällt der Wassersport eben doch flach. „Sportbetrieb ist auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen (…) untersagt“, schreibt die Berliner Wasserschutzpolizei (die mit 60 Polizisten ihre Wache am Havel-Ufer in Hakenfelde hat). Auch private Arbeiten am Boot sind verboten.

Glück hat nur, wer zufällig ein Wassergrundstück mit Steg besitzt. Ausgeübt werden dürfen Arbeiten an Booten nur von Firmen als Dienstleistung („Gewerbliche Arbeiten am und rund um das Boot sind nach der SARS-CoV-2-EindMaßnV zulässig, wenn sie als Dienstleistung für einen Dritten erbracht werden.“)

Und was das erlaubte Schwimmen angeht: Das dürfte selbst den leidenschaftlichen Hardcore-Schwimmern um Bianca Tchinda („Schwimmblog Berlin“) noch zwei, drei Grad zu frisch sein. Aktuell hat die Havel morgens 5 Grad.

Brrrr-respekt übrigens an jenen Wassersportler, der am Wochenende die Saison trotzig eröffnet hat – auf einem Stand-up-Paddle-Board auf dem Glienicker See in Kladow.