Nach Kaleköy geht es nur per Boot

Boote vor der Insel

 
 
 

Ein lykisches Fischerdorf, so ursprünglich wie noch vor Jahrzehnten, das ist Kaleköy. Das Örtchen in Antalya lässt sich nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichen. Und das ist auch gut so. Dennoch kommen täglich viele Besucher aus Demre, Kas oder Ucagiz an.

Schätzungen archäologischer Funde zufolge existierte Kaleköy bereits 400 Jahre vor Christus. Seither ist es bewohnt, bis zur Gründung der Republik waren es Griechen und Türken, die das Dorf mit Fischerei am Leben hielten. Heute ist es nur noch über den Meeresweg erreichbar und ein Ort der Ruhe und Entspannung.

Türkische Flagge auf Römischer Burg

Das Erste, was Besucher entdecken, bevor sie die kleinen Stege am Ufer von Kaleköy verlassen haben, sind die gemütlich schwimmenden Wasserschildkröten Caretta Carettas. Oder der lykische Sarkopharg, der noch heute prunkvoll aus dem Meer hervorragt – kennzeichnend für diese Region. An Land zieht es die meisten auf die Spitze der alten Römerburg, vor der eine riesige türkische Flagge weht. Nach 300 Höhenmetern oben angekommen, vorbei an antiken Stätten, erwartet die Kletterer ein fantastischer Ausblick über die ganze Küste. Auch die im letzten Jahr freigegebene, historische Kaleköy Moschee erfährt regen Besucheransturm.

Nur das Zwitschern der Vögel

Von der Burg aus hat man einen guten Blick auf die versunkene Stadt von Kekova, deren Insel liegt genau gegenüber Kaleköys liegt. Außerdem birgt das kleine Örtchen Kaleköy das kleinste Amphitheater der Römer. Rechts von dessen Stufen haben sich einheimische Frauen niedergelassen und verkaufen hausgemachtes Eis oder handgefertigten Schmuck.

Kaleköy ist eine historische Stadt ersten Grades, das heißt hier darf baulich nichts verändert oder errichtet werden. Entsprechend ist es fast unmöglich dauerhaft unterzukommen, denn es gibt keine Wohnräume, die zum Verkauf stehen. Die Steinhäuser werden zum größten Teil als Pensionen genutzt. So kommt es, dass dieser Ort in einer unvergleichbaren Ruhe und Gelassenheit verharrt. Nur das Zwitschern der Vögel ist am Morgen zu hören, wenn man die Augen aufmacht. Und das Rauschen des Meeres, selten erklingt auch mal das romantische Geräusch eines kleinen Fischerbootes in dieser Idylle der Entspannung. Kaleköy erinnert an ein Paradies und ist längst schon ein Juwel für Kenner.

Ein ganz besonderer Ort

Ein Gast bricht vielleicht alle Rekorde: Umüt Kücükoglu verbringt seinen Urlaub seit 36 Jahren immer in Kaleköy – und kann sich keinen besseren Platz vorstellen. Für ihn ist Kaleköy der einzige Ort der Türkei, der sich nicht verändert. Keine Autos, kein Lärm. Keine Einkaufszentren, keine Vergnügungsstätten. Nur Bücherlesen, Frieden finden und zur Ruhe kommen. Das mache Kaleköy zu einem ganz besonderen Ort. Wenn das Schicksal es zulässt, dann will Ümit Kücükoglu weitere 36 Jahresurlaube hier verbringen, sagt er.