Riesendach für Blohm+Voss

Eine Visualisierung zeigt, wie die Überdachung von Dock 10 bei Blohm+Voss im Hamburger Hafen aussehen könnte.

 
 
 

Die Bremer Lürssen-Werftengruppe will 15 Millionen Euro in ein Dock der Tochter Blohm+Voss investieren. Das geplante Riesendach sei hilfreich für den Bau von Jachten – aber auch für das MKS 180 der Marine.

Lürssen investiert weiter in den Standort Blohm+Voss. Für 15 Millionen Euro will die Unternehmensgruppe in Hamburg das Dock 10 auf einer Länge von mindestens 200 Metern überdachen. Für die Arbeiten wird das Dock voraussichtlich nach Bremen geschleppt.

Grund für die Großinvestition ist ein Neuauftrag der Lürssen-Werft für eine Jacht, deren Bau bei Blohm+Voss in Hamburg begonnen und auf Kundenwunsch auf der Fr. Lürssen Werft in Bremen zu Ende geführt werden soll. Blohm+Voss ist seit 2016 Teil der Bremer Werftengruppe. Peter Lürßen, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Lürssen, sagte: „Wir freuen uns, durch die Investition in Dock 10 den Standort Hamburg zu stärken und den ersten Teil des Neubaus, wie geplant, bei Blohm+Voss durchführen zu können.“

Laut Lürßen versetzt das überdachte Dock die Firmengruppe in die Lage, das umfangreiche Jacht-Projekt effizient auf mehrere Standorte zu verteilen. “Zudem bietet es unseren Mitarbeitern zudem deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen“, führte der Familienunternehmer an. Das Dock 10 hat insgesamt eine Länge von 287 Metern und ist 44 Meter breit.

Hilfreich für Projekt wie das MKS 180

Der Aufsichtsratsratsvorsitzende von Blohm+Voss, Klaus Borgschulte, ergänzte: „Durch den Umbau erhält Blohm+Voss eines der größten überdachten Schwimmdocks Europas. Das gewährt zum einen neue Möglichkeiten für bestehende und potenzielle Kunden im Bereich der Reparaturen und Refits von Jachten, Marine- und Kreuzfahrtschiffen.„ Und es schaffe eine bessere Infrastruktur für potenzielle Marine-Neubau-Aufträge, “insbesondere das Projekt MKS 180“.

Das klingt wiederum fast danach, als ob sich das Bundesverteidigungsministerium bereits entschieden habe, wo es das künftige Mehrzweckkampfschiff MKS 180 bauen lassen will. Im Rennen um den Auftrag sind derzeit noch zwei Konsortien: zum einen ist es die niederländische Damen-Werft federführen zusammen mit Blohm+Voss, zum anderen ist es German Naval Yards zusammen mit Thyssen-Krupp-Marine-Systems (TKMS) als Subunternehmen, die beide ihren Sitz in Kiel haben. Die Auslieferung könnte 2027 mit jährlich einem Schiff starten.

Das Mehrzweckkampfschiff 180 gilt als künftiges Flaggschiff der Marine. Es soll Ziele in der Luft, über und unter Wasser bekämpfen und zudem Kräfte für Landeinsätze führen können. Geplant sind vier Exemplare plus zwei als Option. Sollten Blohm+Voss und Damen den Zuschlag für die Mehrzweckkampfschiffe erhalten, ist der Plan, dass das Konsortium auch in weiteren Projekten zusammenarbeiten wolle. Den Bauauftrag für die MKS hatte das Verteidigungsministerium EU-weit ausgeschrieben, obwohl das laut der entsprechenden Richtlinie bei Rüstungsgütern nicht erforderlich ist.