Die Jacht im Vorgarten: Boot seit 30 Jahren im Bau

Joachim Lorenz steht an Deck seiner Segelyacht. Seit 30 Jahren baut Lorenz an dem Schiff.

 
 
 

30 Jahre lang baut Joachim Lorenz nun schon an einer eigenen Segeljacht. Seit 2003 steht das Lebenswerk als Blickfang in seinem Vorgarten in Langenholtensen im Landkreis Northeim. Nun wird es erstmals zu Wasser gelassen. Das Segelschiff wird mit einem 100-Tonnen-Spezialtransporter nach Hamburg gefahren, um den Rumpf dort lackieren zu lassen. Im Anschluss erfolgt die Ausstattung auf dem Mittellandkanal bei Hannover. Auf Jungfernfahrt soll es in etwa einem Jahr gehen. „Das ist alles furchtbar aufregend“, sagte Lorenz gegenüber NDR.de. Rund 120.000 Euro hat der 63-Jährige im Laufe der Zeit nur in Material gesteckt.

„Dann bauen wir es eben selbst“

Die Jacht, eine „Reinke Hydra“, ist 15 Meter lang, im Kiel sind fünf Tonnen Blei verbaut. Der Rumpf: aus Aluminium. „Das sieht heute noch aus wie neu“, sagte Lorenz. Das Boot ist ein Jugendtraum. „Als Jugendlicher wollte ich schon immer ein Schiff aus Beton bauen – warum auch immer.“ Mit einem Freund fand er einen Rumpf aus Stahl, den ein Chirurg verkaufen wollte. Doch bevor die beiden zuschlagen konnten, schnappte ihnen jemand das Stück weg. „Da haben wir uns gesagt: Dann bauen wir es eben selbst.“ Gesagt, getan. Der Freund ist irgendwann aus dem Projekt ausgestiegen. Lorenz‘ Sohn hat dafür dessen Platz eingenommen.

Ein Konstrukteur muss Hochseetauglichkeit bestätigen

Sobald in Hamburg der Rumpf bemalt und in Hannover die Besegelung und weitere Ausstattung vorgenommen wurden, kann das Schiff von einem Konstrukteur abgenommen werden. Erst dann ist die Jacht hochseetauglich und zur Jungfernfahrt bereit. Einen konkreten Plan für die erste Reise gibt es noch nicht. Doch eines ist sicher: Sohn Fabian wird auf jeden Fall mit an Bord sein, wenn es heißt: „Leinen los.“