Yacht Club Strande feiert Regatta-Erfolg

Die 49 Segelboote starteten von der Kieler Bucht aus in Etappen auf die 500 Seemeilen lange Strecke. Als Wendepunkt diente die dänische Insel Læsö kurz vorm Skagerrak.

 
 
 

Nonstop durch die westliche Ostsee bis kurz vors Skagerrak und zurück – dieser Kurs hat sich für den Yacht Club Strande als Erfolg erwiesen: Zur Premiere der Zweihand-Regatta „Baltic 500“ starteten viel mehr Segler als erwartet. 98 Frauen und Männer beteiligten sich an dem anspruchsvollen Rennen.

Strande. 49 Boote waren gestartet. „Diese Größenordnung geht weit über das hinaus, was wir erwartet hatten“, sagte Regattaobmann Cord Hall (36) am Dienstag vor der Siegerehrung. Der Yacht Club Strande war ursprünglich von zehn bis 15 Startern zum Auftakt seiner neuen Regatta ausgegangen.

Auf dem ambitionierten Programm standen 500 Seemeilen (926 Kilometer) – mit nur zwei Seglern an Bord und ohne einen einzigen Stopp einzulegen. Die Sieger brauchten dafür nur zweieinhalb Tage. Das langsamste Boot überquerte am Montag die Ziellinie vor dem Leuchtturm Bülk nach gut vier Tagen.

Die Kurs führte von Strande aus südlich an den dänischen Inseln vorbei durch den Öresund und reichte an der Westküste Schwedens bis kurz vors Skagerrak. Dort umrundeten die Segler die Insel Læsö. Im Anschluss ging es an der Ostseite Jütland wieder retour durch den Großen Belt nach Strande.

Yacht Club Strande folgt mit Shorthanded-Regatta einem Trend

„Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, es gab weder Sturm noch Flaute – mit Ausnahme von zwei Löchern im Öresund und im Großen Belt“, berichtete Cord Hall. Dennoch handele es sich um ein hartes Rennen. Schließlich seien die Segler häufig allein am Ruder, wenn der Partner zum Schlafen oder Essen unter Deck ist.

Autopiloten seien zwar erlaubt, geben aber nur kurze Entlastung, erklärte Hall. Schließlich sei der Verkehr in dem Seegebiet anspruchsvoll. „Deshalb haben wir auch keine Einhand-Regatta organisiert, das wäre nicht verantwortbar gewesen“, sagte der Obmann.

Dennoch ist der Yacht Club Strande mit „Baltic 500“ einem Trend gefolgt, denn Shorthanded-Regatten – Segelrennen mit geringer Besetzung – erfreuen sich steigender Beliebtheit. „Wir haben ein Potenzial gesehen, im baltischen Raum und auch auf der Nordseeseite gibt es eine Regatta wie unsere noch nicht“, erklärte Cord Hall das Motiv.

Besatzungen aus Polen, Dänemark und Schweden

„Den Boom haben Kollegen aus Dänemark vor sieben Jahren mit dem ‚Silverrudder‘ ausgelöst, heute haben sie rund 450 Teilnehmer“, so Hall. Dabei handelt es sich um eine Einhand-Regatta, die rund um die Insel Fünen führt.

An „Baltic 500“ nahmen Boote zwischen 6,50 und zwölf Metern Länge teil, auch mit internationaler Besatzung. Neben deutschen Crews fanden sich Teams aus Polen, Dänemark und Schweden darunter. Allein vier Teilnehmer hatten bereits eine Atlantiküberquerung hinter sich – und zwar jeweils allein. Zur Segler-Prominenz gehörte auch die Stranderin Susann Beucke, 49erFX-Europameisterin von 2017.

„Baltic 500“ könnte sich im Shorthanded-Boom etablieren

Die schnellsten Segler waren der ehemalige Spiegel-Journalist Mathias Müller von Blumencron und Martin Buck auf der Class-40-Jacht „Red“. Sie waren nach zwei Tagen, zwölf Stunden und 59 Minuten zurück in Strande.

Die Regatta „Baltic 500“ könnte sich im Shorthanded-Boom etablieren. „Wir wissen noch nicht, ob wir sie jährlich anbieten“, sagte Cord Hall. Aber es soll weitergehen, vielleicht auch alle zwei Jahre.