Baltic-500-Premiere gestartet: 49 Boote im Ostsee-Rennen

Baltic-500-Premiere gestartet

 
 
 

Das neue Zweihand-Rennen Baltic 500 ist am Vatertag unter grauem Himmel und in frischen Winden in der Strander Bucht durchgestartet – „Red“ führt die Flotte an

Der Boom der Shorthanded-Regatten hat jetzt auch in Deutschland einen Namen: Baltic 500. Das neue 500-Seemeilen-Rennen für Zweihand-Crews führt von Kiel durch die Ostsee und zurück. Die Premiere hat die Initiatoren und Organisatoren Cord Hall und Rasmus Töpsch sowie ihr Team vom Yacht Club Strande vor allem mit hohen Teilnehemrzahlen positiv überrascht. Statt der ursprünglich erwarteten 15, 20 Boote waren es am Vatertagsmorgen 49 ambitionierte Duos, die in der Strander Bucht in zwei Gruppen auf den Kurs geschickt wurden. Als erfahrener Wettfahrtleiter sorgte der erst 18 Jahre alte Jan Czekala für zwei blitzsaubere Starts. Was teilweise auch daran gelegen haben mag, dass bereits beim Skipper’s Briefing am Vorabend verkündet worden war, dass man Frühstarter angesichts der vorhergesagten frischen Winde nicht zurückrufen, sondern sie direkt mit einer Strafe von 60 Minuten belegen würde.

Als erste gingen die zehn Minis über die Startlinie, die von der Begeisterung in der Szene für das neue Rennen zeugten und für die Zukunft ein Signal setzten: Die Veranstalter wollen prüfen, ob sich aus dem Baltic 500 in zwei Jahren möglicherweise eine offizielle Mini-Regatta machen lässt. Mit vier deutschen Minit-Transat-Teilnehmern (Lina Rixgens, Andreas Deubel, Jan Heinze und Oliver Tessloff), weiteren namhaften Akteuren, internationaler Beteiligung und drei ganz neuen Minis (2 x Vector, 1 x Wevo) konnte sich das so in Deutschland noch nie dagewesene Feld mehr als sehen lassen. Auch, wenn der Start selbst nicht so wirkte, als genieße er bei Mini-Crews eine hohe Priorität. Manche kreuzten die Startlinie mehr als eine Minute nach dem Startschuss. Auffallend gut und alleine auf der Startschiffseite der Linie eröffnete die „Husky“-Crew mit Hasso Hoffmeister und Lina Rixgens die Ostsee-Rallye. Einen starken wie ehrgeizigen Eindruck hinterließ auch der neue Trans-Ocean-Mini mit Maurice Oster und Oliver Tessloff aus Hamburg, die ihre Klasse nach gut fünf Stunden vor der dänischen „Grand Danois“ anführten. Gute Starts legten auch die „Lonestar“ mit ihrem neuen Eigner Martin Gnass und ihrem ehemaligen Transatlantik-Skipper Jan Heinze sowie der polnische Weltumsegler Szymon Kuczynski und Marek Stanczyk mit der Segelnummer POL 14085 hin. Dabei war der polnische Mini erst am Vorabend von der Überführung aus Stettin in Strande angekommen Den Code Zero zog die Crew am Starttag erstmals hoch.

Nach den Minis startete das Hauptfeld mit weiteren 39 ganz unterschiedlichen Booten, darunter die schnelle Class 40 „Red“ mit Eigner und Skipper Mathias Müller von Blumencron und Martin Buck. Dem Duo dürften die Line Honors bei dieser Premiere nach der krankheitsbedingten Absage von Uwe Lebens „Milan“-Team kaum zu nehmen sein. Die „Red“ war nach dem Start zügig am Horizont verschunden und hatte nach den ersten fünf Stunden bereits zehn Seemeilen Vorsprung auf Frank Eckardts schnellste Verfolgerin „Black Pearl“ ersegelt. Mitinitiator Rasmus Töpsch und Mini-Transat-Teilnehmer Andreas Deubel lagen mit ihrer L30 „Sharifa“ zu dem Zeitpunkt nach gesegelter Zeit auf Platz neun. Die schnellsten Yachten werden bereits am Wochenende zurück in Kiel erwartet. Die Siegerehrung findet am Dienstag gegen 18 Uhr im Yacht-Club Strande statt. Bis dahin sollten alle oder zumindest fast alle Teilnehmer das Rennen beendet haben. EIngestellt haben sie sich auf einen eher nassen und kalten Ritt durch die Ostsee, der allerdings sowohl Flautenzonen als auch Fronten für sie bereit hält.