Segeln: Schule fürs Leben


 
 
 

Fünf Gründe, die Segeln im Leben eines Kindes zur unersetzbaren Erfahrung machen. Vom Gleichgewicht zwischen Social Media und sozialem Miteinander, der Lust am Abenteuer, verbesserter Arbeitsmoral und mehr.

„Das Segeln ist eine Lebensschule, in der jeder lernt, sich ins Team einzureihen. Das ist entscheidend für den Erfolg bei der täglichen Arbeit“, sagte einst Admiral’s-Cup-Teilnehmer Hans H. Lubinus. So weit, so gut.

Nicht nur Segler dürften sich einig sein, dass sich hier noch etliche weitere Punkte ergänzen ließen. Denn wohl kaum irgendwo können so viele wertvolle Erfahrungen fürs Leben gesammelt werden wie beim Segeln. Also ab mit den Kindern aufs Wasser, oder? Fünf der wahrscheinlich abertausend Gründe, die dafür sprechen:

Balance

Smartphone, Tablet, Computer: Unsere Kinder sind Digital Natives, sie wachsen in einer digitalen Welt auf. Verteufeln muss man das nicht.

Ein gesundes Gleichgewicht zwischen dieser und der Welt da draußen in der Natur ist aber trotzdem wichtig. Beim Segeln wird Kindern zwangsweise der Stecker gezogen. Statt Social Media und Co. gibt‘s hier Wind und Wellen satt.

Bindung

Auf dem Wasser ticken die Uhren anders. Wir können uns nicht ablenken lassen, haben Zeit zum Reden, zum Lachen, zum Schweigen – und arbeiten gemeinsam daran, unser Boot ans Ziel zu bringen. Wer miteinander segelt, kann sich nicht aus dem Weg gehen, sondern muss zusammenarbeiten. Was könnte eine Familie also enger verbinden als ein gemeinsamer Tag auf See?

Abenteuer

Jedes Kind, das einmal über den weiten Ozean bis zum Horizont geschaut hat, wird wohl von ihr infiziert: der Abenteuerlust. Segeln heißt die Welt erkunden und ist immer auch eine Reise ins Unbekannte.

Raus aus dem Alltag, der gewohnten Umgebung geht es hinaus aufs Meer, den See, eben an neue Orte. Vollständig berechenbar ist ein Törn dabei nie. Allein der Wind kann alle Pläne in Nullkommanichts durchkreuzen und ein schnelles Umdenken erfordern.

Arbeitsmoral

Segeln bringt Spaß, ist aber auch harte Arbeit. Und das ist gut so: An Bord lernen Kinder nicht nur wichtige Lektionen rund um Teamarbeit, Organisation, Bootspflege etc., sondern auch, dass ihre Mühe einen direkt sicht- und spürbaren Effekt hat. Klar, theoretisch können sie das auch beim Müll rausbringen lernen.

Aber Hand aufs Herz: Ein erfolgreicher Tag am und auf dem Wasser ist irgendwie eine bessere Erfahrung als ein leerer Mülleimer. Beim Segeln bekommt Arbeit ganz automatisch einen positiven Anstrich.

Wissenschaft

Segelboote sind meisterhafte Erfindungen. Wer sich auf ihnen mithilfe des Windes fortbewegt, erlebt das hautnah. Und das ist die beste Voraussetzung dafür, Neugierde zu entwickeln – für die Welt der Wissenschaft von der Aerodynamik bis hin zur Meteorologie. Was in der Theorie trocken, kompliziert und vor allem unheimlich fern erscheinen mag, macht in der Praxis auf einmal viel mehr Sinn.