Segeln ohne Wind – Wie man dennoch 26 Knoten Speed erreichen kann


 
 
 

Bei Flaute sollten sich Segelboote eigentlich nicht vorwärts bewegen. Aber so muss es nicht sein. Dieses Boot erreicht auch ohne Wind 26 Knoten Speed. Ein Wunder der Physik?

Das Artemis Sailing Team ist beim nächsten America’s Cup nicht dabei. Aber der Rennstall des schwedischen Millardärs Tjoborn Tornquist existiert weiter. Er will seine im Laufe der Cup-Kampagne getane Arbeit in der Forschung weiterführen und auf andere Gebiete ausbauen.

Unter dem Namen Artemis Technologies soll eine foilende Personen-Fähre entwickelt werden, und der neue Segel-Simulator hat den SailGP-Teams schon geholfen, die schnellsten Segelbooten der Welt in den Griff zu bekommen.

Das Gesicht der Initiative ist Olympiasieger Iain Percy, der mit dem Team aus Malta jetzt doch noch spät auf den America’s Cup-Zug aufspringen will. Er hat den Auftrag, Segeln einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Vor diesem Hintergrund beschreibt er ein Phänomen, das sich durch die neue Art des Segelns auf Tragflächen darstellt.

Das Szenario: Totenflaute, aber eine Strömung von knapp 9 Knoten. Das Segelboot bewegt sich also mit derselben Geschwindigkeit wie die Strömung mit 9 Knoten vorwärts. Dadurch entwickelt sich ein Fahrtwind an Bord, der ebenfalls 9 Knoten erreicht, also mit demselben Speed aus der Strömungsrichtung über das Segel streicht. Mit diesem scheinbaren Wind wäre ein normales Boot manövrierfähig, aber nicht in der Lage, gegen die Strömung anzukommen.

Percy erklärt aber, dass der auf diese Weise entstehende scheinbare Wind auf einem foilenden 50 Fuß-Katamaran wie der in Bermuda eingesetzte Artemis-Racer an seinem Segel-Profil einen so hohen Grad an Effektivität erreicht, dass er gut 26 Knoten schnell gegen die Strömung ankreuzen kann. Tatsächlich sollen die AC50 schon bei 6 Knoten Wind den Speed der vierfachen Windgeschwindigkeit erreicht haben.